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Restaurierung maroder Schweller samt Verstärkungen am Keinath C3

Bilder, Beschreibung, Skizze...

Aus Beiträgen von Rolf Steinbrenner, Otto Gräther und Michael Harders.

 

Verdeck am Hammond & Thiede Cabrio erneuern
Meine Beschreibung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Perfektion. Ich habe sie nach bestem Wissen und Gewissen, in Erinnerung an meinen Verdeckwechsel, niedergeschrieben. Sich selbst Gedanken zu machen, oder einen Fachmann zu befragen, ist immer ratsam.
Achtung: Wer schwache Nerven oder eine pedantische Veranlagung hat, sollte lieber gleich einen Sattler beauftragen. Wie einzelne Erfahrungen zeigen, garantiert aber auch das nicht immer Perfektion.

Materialbedarf: Neues Verdeck, logo. Außerdem neue Spanngurte, Gummilippen, breites Klettband (nur Hakenseite, Flauschseite ist bereits am neuen Verdeck), Alunieten, mattschwarzes Lackspray und Druckknöpfe, Kontaktkleber in Dosen, reichlich Verdünnung zum Entfernen des alten Klebers, Schaumgummi für die vordere Verdeckkante, Kartusche mit schwarzem Karosseriekleber, schwarzes Karosseriedichtband, schwarzes Gewebeklebeband, Verdeckstoff für die Unterseite des vorderen Verdeckrahmens.

In der Regel sind  außer dem Verdeck auch die Spanngurte zwischen den Spriegeln zu ersetzen. Statt der originalen Baumwoll-Spanngurte (fand ich nirgends) kann man Sicherheitsgurte als Meterware beim Seiler kaufen kann. Nach dem alten Muster zuschneiden und zusammennähen. Die Schnittkanten auf einer alten Herdplatte verschmelzen, um ein Aufdröseln zu verhindern. Löcher zum nieten bohrt man mit dem Lötkolben in die Gurte.

Auszutauschen sind auch die Gummilippen zwischen Verdeckhaut und Gestänge und sonst verschlissene oder mürbe Teile. Die Gummilippen gibt es ebenfalls als Meterware im Fachhandel für Gummis und Schaumstoffe. Vor dem Abbau des alten Verdecks unbedingt Details fotografieren, vermessen und skizzieren (wo sitzen Druckknöpfe, wo Dichtgummis in welcher Größe zwischen Verdeckaußenhaut und Gestänge, usw.). 

Teile vor dem Abbauen beschriften, das hilft beim Zusammenbau ungemein. Zweifel, ob am eigenen Cabrioverdeck alles noch original ist, sind meist angebracht. Besonders an den Druckknöpfen an der Verdeckhaut wurde gerne nachträglich herumgebastelt. So hatten die Cabrioverdecke der frühen Baujahre aufwendige Federknöpfe von Tenax, spätere Modelle einfache Druckknöpfe.
Bei späteren Modellen weicht auch die Umlenkmechanik des Verdeckgestänges leicht von den frühen Modellen ab.

Ein Vergleich mit anderen Fahrzeugen, z.B. auf den Treffen in Möhnesee oder Senden, ist hilfreich. Hier kann man sich auch ein Bild von der Qualität und Passform der Ersatzverdecke machen.

Mechanismus auf Gängigkeit prüfen, ggf. schmieren. Die ganzen Eisenteile mit Verdünnung gründlich vom alten Kleber und natürlich von überschüssigem Fett befreien. Auf Rostbefall prüfen, ggf. abschleifen und neu lackieren.
Vorsicht: Sandstrahlen kann das Gestänge schnell verziehen und ruinieren, besser die Finger weglassen. Nietenabstände vermessen und skizzieren. Wenn neues Klettband aufgebracht ist, sind die Bohrungen sonst kaum mehr zu finden (ggf. mit Nadel suchen). Neues Klettband (Hakenseite) auf die Karosseriekante (C-Säule) kleben (Meterware). Die Flauschseite ist bereits am neuen Verdeck angenäht. Gurte wie eingangs beschrieben erneuern, die Nietenköpfe von evtl. Gratresten befreien und vorsorglich mit Textilklebeband abdecken, sonst verursachen sie rasch Scheuerstellen und Löcher am neuen Verdeck. Neuen Schaumgummi an der Oberseite des vorderen Verdeckrahmens aufkleben, Unterseite dieses Rahmens mit neuem Verdeckstoff überziehen (helle Seite sichtbar). 
Beim ersten Auflegen des neuen Verdecks nicht erschrecken, es ist zunächst deutlich kürzer als das alte und spannt enorm. So erlangt es nach einer Dehnung eine schöne Oberflächenspannung.

Achtung: Kontaktkleber unbedingt laut Anleitung ziehen lassen, bis er bei einer Fingerprobe nicht mehr am Finger kleben bleibt. Sonst hält er nicht! Mehr Druck bedeutet mehr Halt.
Immer lange genug aushärten lassen, bevor man diese Stelle wieder belastet.
An der schrägen Anlagefläche der Verdeckunterseite (oberhalb Kofferraumdeckel) schwarzes Karosseriedichtband erneuern (wie beim Abbau festgestellt). Das neue Verdeck wird in der Verdeckwanne, unterhalb der eben beschriebenen Dichtfläche beginnend, aufgeklebt. Unbedingt zu zweit machen, von der Mitte nach außen arbeiten und genügend Zug nach außen und unten ausüben.
Wenn dieser Abschnitt getrocknet ist, die Spriegel von hinten beginnend nacheinander einzeln kleben, zuletzt die vordere Kappe über den vorderen Verdeckrahmen kleben. Haltelappen des Verdecks an den vorgesehenen Anlageflächen ankleben. Danach werden die abgebohrten Haltebleche und eventuell erforderliche Gummilippen wieder angenietet. Wenn alles an der richtigen Stelle sitzt, bei geschlossenem Verdeck die Fugen wie am alten Verdeck mit der schwarzen Dichtmasse abdichten. Hier empfiehlt sich sorgfältiges Arbeiten besonders. Eine Spülmittel-Wasser-Lösung erleichtert das Glätten der Fugen mit dem Finger.
Nachdem die Dichtgummis, die nach unten zu den Türscheiben hin abdichten, ohnehin abgebaut sind, empfiehlt sich auch deren Erneuerung.
So, nun sollte alles passen. Vorsichtige Naturen schonen die neue Heckscheibe und den Verdeckstoff vor dem Zusammenklappen des (trockenen!) Verdecks durch das Einlegen eines weichen Baumwolltuches. So scheuert nichts und die Scheibe bleibt lange klar und schön.
Sie achten darauf, dass beim Zusammenlegen keine Knicke in der Scheibe entstehen. Ältere Scheiben neigen, besonders bei Kälte, zum Brechen!
Wird das Fahrzeug länger abgestellt, sollte das Verdeck geschlossen werden. Nur mit angebrachter Persenning fahren (Staubschutz und Abdeckung der kantigen Verschlusshaken). 
Für ergänzende Tipps, Hinweise auf Fehler, usw. bin ich dankbar.        

Autor Reiner Durst

Tenax-Druckknöpfe am Verdeck
der frühen Ausführungen (bis Oktober 85) halten länger und sind leichtgängiger, wenn man sie gelegentlich mit etwas Vaseline verwöhnt. Beim Schließen nur seitlich fassen, nicht auf die Köpfe drücken, sonst leiden die kleinen Federn darin sehr schnell. Schließlich sind die Knöpfe mittlerweile rar und teuer, in Schwarz sind sie meines Wissens nur noch schwer zu bekommen. Mein Tipp: www.tenax-shop.de.                                     
Autor: Reiner Durst

Halteklammern für die Fensterschachtabdeckungen
in den Türen sind vergriffen. Tipp: Auf dem Schrottplatz sichern !

Führungsklötze für die Türfenster
sind vergriffen. Man kann sie folgendermaßen ersetzen: Ein etwa 3 cm langes Stück einer Fensterführungsschiene aus einer Schrotttür herausschneiden. Vorher den Gummi entfernen. Im Profil auf jeder Seite je zwei Schweißpunkte setzen. Diese mit einer Feile glätten und säubern. Anschließend den hinteren Rand abschleifen. Alles wieder schwarz lackieren, Gummiprofil zuschneiden, kleines Loch zum arretieren bohren, fertig.
Hört sich viel aufwändiger an, als es wirklich ist. Weitere Info diesbezüglich von/Bestellungen bei 
harald.schecklmann@t-online.de .

Oder bei den Cabrio-Treffen erscheinen und dort zwei Kunststoffschienen dort erwerben. Mit je zwei Blechschrauben an den Bohrungen für die ursprünglichen Führungsklötze fixieren. Sonst rutschten sie nach unten und verschwinden in der Tür.


Innenausstattungsmaterial Lorica
Für das Beziehen von Sitzen und Verkleidungen ist das Microfasermaterial Lorica eine preiswerte Alternative zur Echthaut, der es optisch und taktil sehr ähnlich ist. Als Meterware zwar nicht gerade billig, aber durch geringeren Verschnitt als bei einer unregelmäßigen Tierhaut dennoch preiswert. 
Info und Bezug u.a. bei: EHRLICH Leder & Lorica, Postfach 1240, 88382 Biberach, Tel. 07351/19800;
ehrlich-leder@t-online.de

Reparaturanleitung
in Englisch, dafür sehr detailliert und reich bebildert, ist unter der ISBN Nr. 1899 238 115, zum Preis von ca. 85 DM, Titel: Haynes Vauxhall Cavalier, im Buchhandel erhältlich.


Reparaturanleitung
Ascona C, Reihe " Jetzt helfe ich mir selbst", Band 107, Motorbuch Verlag, ISBN 3-87943-936-2

Neubezug der Rücksitzbank / Kopfstützen hinten
Dazu habe habe ich den Originalbezug abgenommen und auseinander getrennt. Mit diesen Teilen als Schablonen habe ich den Stoff von einem Manta B GSI Exclusiv auf die gleiche Größe zugeschnitten und vom Sattler mit neuem Kederband und neuem Kunstleder zusammennähen lassen. Sauber und preiswert arbeitet hier die Fa. P&P (siehe Adressen).

Für den Sattler ist wichtig, dass er die Originalteile als Muster nutzen kann, also nicht gleich wegwerfen. Vor dem Auseinandertrennen beschriften, das erleichtert die Sache. Danach kann man den neuen Bezug relativ einfach auf das vorhandene Gerippe aus dem Cabrio aufziehen. Der Bezug ist nur mit Stahlringen, die man leicht aus einem festeren Draht nachfertigen kann, und Drahtstangen daran befestigt.

Bei dieser Gelegenheit besteht die Möglichkeit, Kopfstützen für die Gäste auf der Rücksitzbank einzubauen. Die passenden Halterungen (von der Limousine), zum Anschweißen an die hintere Trennwand zum Kofferraum, gibt es beim Opel-Händler.

Alternativ kann man am Stahlgerüst der Rücksitzbank Querverstrebungen einschweißen. 
(Unbedingt vorher Bezug abziehen, Schweißperlen schmelzen sofort durch!)

Danach Rohre zur Aufnahme der Kopfstützendorne anschweißen, deren Durchmesser die Kunststoffhülsen aus den Seriensitzen aufnehmen kann. Querschlitz in die Hülsen einbringen, der den Splint/die Klammer zur Höhenarretierung der Dorne aufnimmt. An der Oberseite des Lehnenbezugs mit dem Lötkolben Öffnungen für die Dorne der Nackenstützen anbringen und diese mit serienmäßigen Kunststoffblenden (z.B. vom Schrott) einfassen.                                                                       

Autor: Reiner Durst